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Donnerstag, 19. März 2015

Wir



wir begegneten dem nichts, der isolation, dem nichts
wir wurden nichts im angebot der überfüllle das uns erdrückte
forderte uns zu sein, nach einer art, erzwungene definition, die uns vernichtet
wir waren im vakuum, gefangen in den störmen der zeit,
herausgefallen aus den fugen, ausgestattet mit all den möglichkeiten
die nicht für uns bestimmt, und deren kalten fratze
wertoptimierter nichtigkeit, die uns erdrückte

wir waren nichts,

isotope rausgesprengt aus den schalenbahnen kalter nützlichkeitsbrechnung
frei, frei von allen definitionslügen markennamen gesteuerter fremdidentität
und wir zerbrachen
an gefühlen die ihre worte nicht fanden, worte nicht lippen und lippen nicht ohr
wir zerbrachen
am überangebot medialer plattformen voller plattitüden und meinungen
über dies und jenes was uns nicht traff
und nicht bestimmte.

wir waren nichts

nichtig verlohren im strom der nichtigkeit der relevanz simmulierte
und krieg, tödlich echten krieg und blut und hass und terror
simulationen, kriegspiele in die wirklichkeit projeziert mit echtem leid
das tageschau und blogs und ständig berieselt

wir waren nichts

konsumierend dies und das und drogen, auf der suche nach identität, nach sein nach leben
nach athem, wichtigkeit und relevanz

und doch: wir waren nichts

ungehörte schreie, unerhörtes schweigen, rage, wut und hoffnungslosigkeit
gegen uns selber gewandt mit rassierklingen, drogen, medikmaneten,
und nicht wenige sprangen

denn wir waren nichts

wir wurden nicht gebraucht, waren menschenmüll am rand stahlglassbeton imprägnierter idealer welten
wo mächtige und reiche in den immergleichen leeren flosklen die schöne neue welt erbrachen

wir waren nichts, nichts nicht, gefangen im nichts

wo keine götter uns läuchteten und isolation der einzelnen auch nicht durch gelegentlichen
austausch durch informelle netzwerke digitaler kommunikation annähernd gemindert werden konnte

wir waren nichts

nicht bilder die von plakaten prangten, nicht ständig unter stom für die nächste grosse party
artikulierten zu stotternd für grosses publikum und unser nichts
trennte uns von allen
wir waren nichts
und schlugen wimmernd gegen imaginäre wände, deren stärke und wiederhall
so mächtig auf uns niederstach das die köpfe bebten und unser herz zerbrach

wir waren nichts

ungehörte stimme im ständigen rauschen irrelevanter datenströme die ihre wichtigkeit
durch geld und macht und rausch bewiesen, verschwunden hinter elitenlügen und dem
kampf der eitelkeiten, egoismen und dem nichts
das in  allen so mächtig frass, dass sie mit lärm es überdecken wollten

wir waren nichts

und litten an der nichtigkeit unserer eigenen existenz
dem relativerenden das ständig prasselte und den forderungen nach perfektion
und anpassung und strohmlinienform und sein nach schema f

wir waren nichts

weil kein gefäss uns fasste, wir nicht passten, zu nichts und nie
und wurden verschüttet

wir waren nichts

und liegen als pfützen unserer eigenen randexistenz oft weinend und klagen
auf der suche nach wärme und glück
im strassengraben einer beschläunigten welt
die nichts kennt ausser rausch der geschwindigkeit
und ständigen sieg und superlativen die sich selber überhäuften
in ständigem wettstreit um das nächste ding des jahrhunderts
das uns mordend überfuhr

wir waren nichts